Ausbildung - wo und wie?
Die Ausbildung zum/r Fachinformatiker/in dauert drei Jahre und zählt zu den vier neuen IT-Ausbildungsberufen im dualen System (Berufsschule und betriebliche Ausbildung). Für alle diese Berufe werden gemeinsame Kernqualifikationen (Ausbildungsbetrieb, Geschäfts- und Leistungsprozesse, Arbeitsorganisation und Arbeitstechniken, IT-Produkte und Märkte, Herstellen und Betreuen von Systemlösungen) vermittelt, die durch die berufsbezogenen Fachqualifikationen ergänzt werden.
Fachinformatiker werden in einer von zwei Fachrichtungen ausgebildet: Anwendungsentwicklung oder Systemintegration. Anwendungsentwickler werden auf den Bereich IT-Systeme, Datenbanken und Kundenspezifische Anwendungslösungen spezialisiert. Auszubildenden in der Systemintegration legen den Schwerpunkt auf - wie der Name schon sagt - Systemintegration und Service.
Ausbildung - was ?
Als Fachkraft für Systemintegration wird man im Gebiet Systemintegration über die Themen Systemkonfiguration, Netzwerke, Systemlösungen und die Einführung von Systemen informiert. Ein weiterer Teil der Tätigkeit betrifft den Servicebereich. Hier werden Benutzer unterstützt, Fehleranalyse betrieben, Störungen beseitigt. Die Ist-/Soll-Analyse in Sachen Hardware, Betriebs- und Server-Software unter Berücksichtigung von Kostengründen ist etwas, was ausgebildete Fachinformatiker schließlich nahezu schlafwandlerisch leisten können.
Ausbildung - warum ?
1. Produktive Leistungen der Auszubildenden
Auszubildende sollen nach der Ausbildung unmittelbar beruflich einsetzbar sein. Deshalb müssen sie während der Ausbildung Berufserfahrung erwerben. Lernen am Arbeitsplatz und das praktische Umsetzen des Gelernten stehen somit im Mittelpunkt.
2. Sofort einsatzfähige qualifizierte Fachkräfte
Der Betrieb kann für den eigenen Bedarf ausbilden. Da die Ausbildungsordnungen Mindestanforderungen festlegen, kann das Unternehmen auch auf seine Besonderheiten eingehen und zusätzliche Inhalte vermitteln. Übergreifende Qualifikationen, wie Arbeiten im Team und Einblick in die Firmenkultur erleichtern es, sich im Betrieb zurechtzufinden und die jeweiligen Arbeitsplätze ohne längere Einarbeitungszeiten auszufüllen.
3. Weniger Kosten für Neueinstellungen
Auszubildende zu suchen und einzustellen, ist in der Regel kostengünstiger, als ausgebildete Fachkräfte vom Arbeitsmarkt zu beschaffen. Es sind weniger Stellenanzeigen erforderlich. Ausschreibungen und Auswahlverfahren sind nicht so aufwendig, da in der Regel weniger Einstellungsgespräche nötig sind. Viele Bewerberinnen und Bewerber werden - für die Unternehmen kostenlos - über die Arbeitsämter vermittelt.
4. Geringere Einarbeitungskosten
Vom Arbeitsmarkt eingestellte Fachkräfte können neues Wissen und Können einbringen, sie kennen den Betrieb aber nicht von innen. Neue Fachkräfte müssen gründlich eingearbeitet werden, durch learning by doing, Informationsgespräche, Weiterbildungsmaßnahmen usw. Solche Kosten fallen nicht an, wenn im Betrieb Ausgebildete als Fachkräfte eingesetzt werden.
5. Weniger Fehlbesetzungen
Eine Berufsausbildung dauert zwischen 2 und 3 1/2 Jahren. In dieser Zeit hat der Betrieb umfassend Gelegenheit, die Auszubildenden kennen zu lernen, persönliche und berufliche Eignung sowie Arbeitsmotivation festzustellen. Für die zu besetzenden Stellen kann er geeignete Ausbildungsabsolventen auswählen. Die Stärken und Schwächen der Auszubildenden werden in der Regel mehrfach eingeschätzt und beurteilt. Dies spart Geld, denn Fehlbesetzungen sind teuer.
6. Weniger Personalwechsel
Gute Berufsausbildung mit intensiver Betreuung der Auszubildenden verstärkt das Zugehörigkeitsgefühl zum Unternehmen. Die Auszubildenden lernen die verschiedenen Tätigkeiten und berufliche Aufstiegschancen kennen. Das fördert die Betriebstreue. Kosten für Personalwechsel werden verringert.
7. Mehr Ansehen auf dem Arbeitsmarkt
Ausbildung verbessert das Ansehen des Unternehmens in der Region. Ausbildungsbetriebe zeigen ihre gesellschaftspolitische Verantwortung für die junge Generation. Sie machen deutlich, dass sie sich für die Qualifizierung der Mitarbeiter einsetzen. Dadurch haben sie es insgesamt leichter, geeignetes Personal zu bekommen. Durch eine stetige gute Aus- und Weiterbildung beweist das Unternehmen zudem, dass es für sich Zukunftschancen sieht.
8. Stabilere Lohn- und Gehaltsstruktur
Neue Mitarbeiter werden oft mit übertariflichen Gehältern angeworben. Solche Kosten kann ein Ausbildungsbetrieb einsparen.
9. Überbrücken von personellen Engpässen
Auszubildende können gelegentlich personelle Engpässe überbrücken helfen, z. B. durch Urlaubs- und Krankheitsvertretungen oder bei unvorhergesehenem zusätzlichem Arbeitsanfall. So können Kosten für Aushilfskräfte eingespart werden.


